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Eisenbahnfreunde |
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| Eisenbahnfreunde >Links-Eisenbahnfreunde . . . . ©Hans Feldmeier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . |
Auf dem ersten Blick stellt sich hier die Frage: „was ist eigentlich ein Eisenbahnfreund“? Außenstehende wird diese Frage ebenso wenig tangieren, wie ähnliche Fragestellungen: „was ist ein Tennisspieler“ oder „was ist ein Spaziergänger“? In allen Fällen ließe sich hier eine rein wissenschaftliche Analyse formulieren, damit würde aber mit Sicherheit die Allgemeinheit mit Recht gelangweilt. Bleiben wir also bei den einfachen Erkennungsmerkmalen: Der Eisenbahnfreund (Homo Stephensonius...... nach dem Erfinder der Dampflokomobile) ist rein äußerlich kaum von einem normalen Menschen (Homo sapiens) zu unterscheiden; heute würde man sagen, sie sind die sogenannten „Schläfer“ der Gesellschaft, leben unbemerkt unter uns. Der Eisenbahnfreund mischt sich also unter das Volk. Geht er jedoch auf Pirsch , dann lassen sich ganz gravierende Unterschiede zum Normalbürger erkennen!
An dieser Ausrüstung und Kleidung lässt sich schon einfach erkennen...... hier handelt es sich um einen schwereren Fall von Eisenbahnfreund. Ausgetretene Latschen (diese eignen sich am besten über die unwegsamen Schottergleise) und verschlissenem Parker (mit diversen Brandlöchern vom Funkenflug einer Dampflok) machen das äußere Bild fest. Eigentlich beginnt das Leben eines Menschen in ganz normalen Bahnen. Die ersten zwei oder drei Lebensjahre verlaufen noch recht normal. Aber irgendwann kommt es zu einem Schlüsselerlebnis; bei dem Autoren war es eine Bahnschranke im Leutzscher Holz, die er täglich beim Spaziergang mit seiner Kinderbetreuung passierte. Da passierte es! Niemand ahnte zunächst welches Schicksal nun seinen Lauf nahm. Beim Autoren kam noch verschärfend hinzu, dass der Vater ein eingefleischter Märklinist war und über eine, für damalige Zeiten, ansehnliche 00-Anlage (heute HO) verfügte. Von nun an war die letzte Chance vergeben, das Leben des Kindes in normale Bahnen zu lenken... nichts half mehr !! Aus dem ersten Spielzeug wurden grundsätzlich Eisenbahnfahrzeuge umgewandelt, selbst die Puppe der Schwester musste als Schnelltriebwagen herhalten und wurde über die imaginären Schienen geschoben. Besonders misslich war nur, dass in der Wohngemeinschaft mit den Eltern gewisse Regeln eingehalten werden mussten, denen sich der heranwachsende Eisenbahnfreund unterwerfen musste. So durften z.B. in die Schrankwände keine Löcher als Tunnels gesägt werden und auf dem Teppich war es tabu die notwendigen Reparaturen (ölen und schmieren der Achsen) durchzuführen.
Im späteren Alter wurde der Eisenbahnfreund zum Perfektionisten Auf dem Modellbahnsektor machte sich ständige Unzufriedenheit breit, eben weil z.B. die Modellbahnindustrie das Modell der Baureihe 94 „völlig verkorkst“ auf den Markt brachte. Nach eingehender Recherche hatte der Wassertender genau 1045 Nieten; beim Modell fehlten jedoch 18!!! Eine Riesenschlamperei der Konstrukteure, was man nicht durchgehen lassen durfte. Aber auch der erwachsene Eisenbahnfreund, der sich für die Geschichte und Entwicklungen der Bahnen und Streckenführungen interessiert, kann zur Strapaze seiner Mitmenschen werden. So müssen im Zug Mitreisende ertragen, dass bei Geschwindigkeiten von über 100km/h mit offenen Fenstern gefahren wird (am besten auf beiden Seiten.... man weiß ja nie auf welcher Seite etwas passiert), da grundsätzlich Fotoapparate oder Mikrofone alles „äußere“ mitbekommen müssen. Auch niedrige Temperaturen halten davon nicht ab, da die beste Dampfentwicklung bei Minustemperaturen sichtbar wird.
*PEF = Passauer Eisenbahn Freunde Der junge Familienvater und Eisenbahnfreund fährt gerne mit seiner Familie am Sonntag zum Picknick raus. Natürlich an einen Bahndamm. So wird der selbstgemachte Kartoffelsalat grundsätzlich in den Betriebspausen serviert, denn bei Bahnbetrieb ist voller Einsatz gefordert. Vater bedient den Fotoapparat, Mutter den Zweitapparat (für schwarz -weiß-Bilder aus einer anderen Position) und eines der Kinder muss das Mirofon hinhalten und Geräusche aufnehmen.. Ähnlich verläuft es dann bei den wohlverdienten Jahresurlauben. Rein zufällig fährt ziemlich genau an den Hotelbetten eine Eisenbahn vorbei.
Bei sogenannten Sonder- oder Extrafahrten wird für Eisenbahnfreunde extra ein sogenannter Fotohalt eingerichtet. Dieses am besten mit einer Scheinanfahrt, wo der Zug nach dem Aussteigen der "Fotografen" nochmals zurück setzt um dann mit vollem Getöse an allen vorbei zu fahren. Hier erkennt man an der fast preußischen Schützenreihe -erste Reihe liegend, zweite Reihe kniend und letzte Reihe stehend ....... halt Stop, der Rest hängt in den Bäumen oder auf Signalmasten, dass es sich um ein ganz besonderes Ereignis handeln muss! Wehe dem, der hier aus Versehen durch das Bild läuft. Bei Eisenbahnfreunden wird dieses Vergehen nicht mit Steinigen, sondern mit „Schottern“ bestraft. Auf einer großen Eisenbahn-Streckenkarte werden dann alle Strecken farbig markiert, die von dem Eisenbahnfreund in seinem Leben schon mal befahren wurden. Viel bunt, heißt viel gereist!
Im letzten, betagtem Alter zieht sich dann der Eisenbahnfreund auf sein „Fundus“ zurück und wertet die unzähligen Fotos und Dias und evtl. auch Videofilme und persönlichen Handskizzen aus, was sein bisheriges Leben ausmachte. Selbst auf der Terrasse hält er sich eine kleine Erinnerungsecke aus alten Zeiten.
Schauen Sie, ich beginne auf dieser Homepage mit der Auswertung. Wenn man nur wüsste, wo man anfangen sollte?.........
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